Nachtreter Koch

Ein 17-jähriger Grieche und ein 20-jähriger Türke treten einen 76-Jährigen mitten in der Münchner U-Bahn beinahe tot, weil dieser sie gebeten hat, nicht zu rauchen. Eine Videokamera filmt das brutale Geschehen. Nun ist ganz Deutschland entsetzt. Ganz Deutschland? Nein, einer kommt vorbei und tritt noch einmal nach.

Roland Koch lässt sich keine Chance entgehen, Wahlkampf auf Kosten anderer zu machen. Endlich hat er ein Thema gefunden, mit dem er im Wahlkampf punkten kann, sieht es doch so aus, als ob selbst die ekelresistenten Hessen diesen brutalstmöglichen Aufklärer endlich über hätten. Den dumpfen Rassisten im Hessen wecken, das ist sein Glanzstück! Und die Tat der beiden Asozialen ist auch dermaßen abstoßend, dass das Unanständige in Kochs Wahlkampf dreimal zugedeckt wird.

Wollen wir hoffen, dass die Täter bestraft werden und das Opfer überlebt. Vielleicht kriegt ja auch noch der Nachtreter sein Fett weg. Am Wahlabend.

Nachtrag vom 10.01.2008:

Wo einer nachtritt, findet sich schnell eine Rotte, die auch ihr Mütchen kühlen will – und im Wahlkampf fallen alle Hemmungen. Gauführer Schmidt von der Münchner CSU, der Bayern entlausen will (für ihn sind Sozialdemokraten und Grüne Läuse im Pelz des bayrischen Löwen), hat Plakate mit dem Bild des Überfalls geklebt. Was muss sich der arme Rentner, der auf dem Plakat auch noch ausgestanzt wurde, wohl noch alles gefallen lassen?

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