Soziale Gerechtigkeit à la SED (SPD/Linke)

Dass Arbeiterkinder (heiliger Lenin! Gibt es das noch außerhalb des romantischen linken Diskurses?) – heute heißt das doch »Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern«! — Dass also Kinder, deren Wissensdurst schon von den Eltern final gestillt wurde, sehr viel seltener aufs Gymnasium gehen, ist bekannt. Nun will die regierende SED, also die Koalition aus SPD und Linke in Berlin daran etwas ändern. Sehr löblich!

Um den Anteil von »Arbeiterkindern« zu erhöhen, will die SED (SPD/Linke) in Berlin die Schule reformieren – wieder einmal. Nun sollen die Eltern nicht mehr darüber entscheiden dürfen, auf welche weiterführende Schule ihre Kinder gehen, denn der Elternwille ist sozial nicht gerecht, sagt Thomas Duveneck, ein völlig unbedeutender Mensch, wäre er nicht wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Projektgruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den relativen Anteil von »Arbeiterkindern« durch eine Verringerung des absoluten Anteils aller anderen Kinder auf den Gymnasien zu erhöhen. Nur noch die Schulnote soll darüber entscheiden, wer künftig aufs Gymnasium geht und wer nicht. Mithin also die Lehrer. Die können es ja auch – wie wir alle wissen – am besten beurteilen!

Natürlich sind die Berliner nicht von selbst auf eine solch glorreiche Idee gekommen, sie haben sie aus Bayern übernommen, in dem prozentual die wenigsten Schüler eines Jahrgangs Abitur machen. Und das sind bekanntlich alles die wenigen noch verbliebenen Arbeiterkinder im High-Tech-Land Bayern. Auch in Sachsen und Thüringen, wo ebenfalls allein die sozial sehr viel gerechteren Noten nach vier Jahren Grundschule über das weitere Leben eines Menschen entscheiden, gibt es bekanntlich sehr viele Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, die Lenins Lernimpetus schon mit der DDR-Muttermilch aufgesogen haben, auf den humanistischen und naturwissenschaftlichen Gymnasien!

Im Grunde weist Berlin, weisen Bayern, Thüringen und Sachsen mit ihrer Auslese in die richtige Richtung. In einer sozial gerechten Schule ist für Schüler kein Platz! Und für Eltern erst recht nicht. Eine ideale Schule besteht aus einem Lehrerkollegium, in dem ein Drittel krank geschrieben, ein Drittel in der Fortbildung und ein Drittel im Urlaub ist. Nirgends lärmende Schüler aus bildungsfernen und bildungsnahen Elternhäusern. Nirgends Eltern, die Ansprüche stellen! Der Rückgang der Geburtenquote gibt uns die Chance, diese ideale Schule zu erreichen. Denn die paar Schüler, die es bald noch geben wird, kann man sicher auf die eine oder andere Weise aus der Schule hinausekeln. Die Bildungskommissionen arbeiten immerhin seit Jahrzehnten daran.

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