Schimpansen sind Menschen

US-Forscher sind nach DNS-Analysen zu der Erkenntnis gekommen, dass Schimpansen Menschen sind. Das Erbgut von Schimpansen und Menschen stimme zu 99,4 % überein. Den Anstoß zu diesen Untersuchungen gaben Feldstudien im Weißen Haus. Verhaltensforscher hatten nach monatelangen Beobachtungen festgestellt, dass der Präsident immer häufiger Anzeichen von intelligentem Verhalten zeige. So ahme er z. B. in perfekter Manier den Vizepräsidenten Dick Cheney nach, der ihm regelmäßig die Gesetzesinitiativen der Regierung vorliest. George W. Bush kann Cheney mittlerweile so gut nachahmen, dass viele Angestellte im Weißen Haus der Meinung sind, Junior könne tatsächlich Schreiben und Lesen.

DNS-Analysen hätten, so die Forscher, schließlich ergeben, dass das Erbgut von George W. Bush zu 99,4 % mit menschlichem Erbgut übereinstimme. Diese Entdeckung sei, so Experten, eine Sensation und nur vergleichbar mit der kopernikanischen Wende oder der Erfindung der Fernbedienung. Die Folgen seien aus heutiger Sicht noch nicht absehbar.

Und so sind auch die Reaktionen in der Welt auf die Nachrichten aus Washington geteilter Natur. Gerhard Schröder und Joschka Fischer zeigten sich von den Ergebnissen überrascht, lehnten aber bisher jeden Kommentar ab. Roland Koch, der erst kürzlich eine Begegnung mit Junior im Weißen Haus hatte, zeigte sich erfreut und sagte, sein Gespräch mit George W. Bush sei in einer freundschaftlichen Atmosphäre verlaufen. Er hätte jederzeit den Eindruck gehabt, mit dem Präsidenten auf gleicher Augenhöhe zu reden. Auch die CDU-Vorsitzende Angela Merkel fühlte sich in ihrer Einschätzung des US-Präsidenten durch die Forschungsergebnisse bestätigt und forderte Schröder zum Rücktritt auf.

Wissenschaftler in Deutschland wollen nun untersuchen, ob die guten Beziehungen von Merkel und Koch zum Junior-Präsidenten genetische Ursachen haben.

Gerhard Schröder, der sich zurzeit intensiv um eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA bemüht, dürfte sich trotz der demonstrativen Gelassenheit, die er zur Schau trägt, nun in größter Verlegenheit befinden. Erst kürzlich soll er den deutschen Botschafter in den USA angewiesen haben, sich nach der Lieblingsbananensorte des Präsidenten zu erkundigen. Da Bananen als Gastgeschenk nach den jüngsten Erkenntnissen wegfallen, soll der Kanzler nach vertraulichen Informationen aus seinem engsten Umkreis erwägen, dem US-Präsidenten eine Kiste Zigarren zu schenken.

Über Reaktionen des britischen Premierministers ist bisher offiziell noch nichts bekannt. Dass das traditionell gute Verhältnis Blairs zu seinem Artgenossen im Weißen Haus von Downing Street Nr. 10 nun kritisch überprüft werde, gilt jedoch als sicher.

Der russische Präsident Putin und der französische Staatspräsident Chirac äußerten sich am Rande eines informellen Treffens am Stadtrand von Moskau zunächst skeptisch. Man werde die Forschungsergebnisse sorgfältig prüfen und im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu gegebener Zeit eine gemeinsame Resolution einbringen.

Der Schriftsteller und Filmemacher Michael Moore sagte, er freue sich über jede menschliche Regung des US-Präsidenten.

Bushs Chancen als Präsident wiedergewählt zu werden, dürften durch die unerwartete Wendung jedoch erheblich geschmälert worden sein, da intellektuelle Überlegenheit von den amerikanischen Wählern als arrogant empfunden und instinktiv abgelehnt wird. Bis zur nächsten Wahl hat der Bush-Clan jedoch noch genügend Zeit, die Wählerlisten von politischen Gegnern zu säubern.

George W. Bush selbst sagte zu den Ergebnissen des DNS-Vergleichs das, was er immer sagt: »Dies ist kein Anschlag auf Amerika, dies ist ein Anschlag auf die ganze Welt.«– Solingen den 21. Mai 2003

Leserbrief schreiben