Brechende Dämme

Wir Piefkes interessieren uns nur sporadisch für die Politik in unserem Nachbarland Österreich. Da müssen die Österreicher schon eine Bundespräsidentenwahl wegen minderwertigem Klebstoff wiederholen, damit die Nachrichten aus dem transbajuwarischen Land unsere Wahrnehmungsschwelle überschreiten. Und mehr als anekdotisches Interesse kam auch nur deshalb auf, weil dieser abstoßende Populist Hofer eine sehr realistische Chance hatte, Bundespräsident zu werden. Nun ist der österreichische Bundespräsident zwar nicht annähernd so mächtig wie der US-Präsident, aber ein reiner Grüßaugust wie sein deutsches Pendant ist er auch nicht.

Nach dem Brexit und dem Sieg von Trump in den USA brechen die Dämme der Zivilisation. Überall triumphiert der Hass. Die niedrigsten Instinkte der Menschen sind hoffähig geworden. Und die Rattenfänger nutzten modernste BigData-Methoden, um den Facebook-Mob für ihre Zwecke einzuspannen.

Vielleicht war der Erfolg von Trump ein Weckruf, der 169.000 Nicht-Wähler motivierte, das Land vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Da die Österreicher nicht wie die Amis bloß die Wahl zwischen Pest und Cholera hatten, sondern zwischen einem grünen Professor für Volkswirtschaft und einem widerlichen Populisten, ist es um so beschämender, dass 48,3 % für den Populisten gestimmt haben.

Die Dämme der Zivilistation brechen, aber die Anständigen haben es endlich bemerkt.

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