Fliegenwedel

Lichtenberg hat einmal vermerkt: »Eine Vorrede könnte Fliegenwedel betitult werden und eine Dedikation Klingelbeutel.« Die Zeiten haben sich geändert. Statt einer unterthänigsten Dedikation klebt heute ein stolzes Preisschild am Buch. Sein Verhältnis zum Wert des Inhalts entspricht aber immer noch dem der Dedikation und ist oft umgekehrt proportional. Der Gewinn erschöpft sich für die meisten Autoren ebenfalls wie zu Lichtenbergs Zeiten im Gotteslohn. Fliegenwedel gibt es dafür immer noch, und zwar im Netz. Denn als solche können Impressum und Disclaimer betitult werden, mit denen wir das summende Heer der Abmahnanwälte von unseren Seiten vertreiben möchten. Ein handfeste Fliegenklatsche, um gleich sieben auf einen Streich totzuschlagen, wäre den meisten natürlich lieber, aber das verbieten Anstand und Strafgesetzbuch.

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