Fernverkehrt

Wenn es nach der SPD geht, werden wir auch weiterhin nicht mit dem billigen Bus nach Berlin fahren dürfen. Warum das so ist, kann man nicht erklären, sondern nur erschnuppern: am Stallgeruch.

Der Stallgeruch der Sozialdemokratie dringt über das Riechorgan direkt ins Hirn und richtet dort schwere Verwüstungen an. Anders kann man sich die Politik der SPD nicht mehr erklären. Da hat sich unsere Regierung durchgerungen ein 80 Jahre altes Monopolgesetz1 abzuschaffen und was macht die SPD? Sie will das neue Fernbusgesetz im Bundesrat stoppen. Sie will nicht, dass wir mit dem Bus für 29 EUR von Köln nach Berlin fahren können. Wir sollen dafür weiterhin 109 EUR an die Deutsche Bahn entrichten. So will es der Stallgeruch, der immer dann entsteht, wenn der gesunde Menschenverstand in einer Partei zu verwesen begonnen hat.

Falls sich Ausländer unter meinen Lesern befinden sollten, so sei ihnen gesagt, dass es keine global gültige Erklärung dafür gibt, dass das Personenbeförderungsgesetz aus dem Jahre 1931 immer noch in Kraft ist. Ebenso wenig kann ich einem Ausländer die GEMA, die GEZ oder die Zwangsmitgliedschaft in der IHK erklären. All das ist, lieber Ausländer, ist nicht erklärbar, erklärt aber so manches, was dir in diesem Lande begegnet.

Die Ablehnung von Fernbussen sagt viel über die Sozialdemokratie aus. Die Partei meint natürlich, aus guten Gründen gegen die Abschaffung eines in Europa einzigartigen Monopols zu sein. Man dürfe den Schienenverkehr in Randgebieten nicht ausdünnen. Man müsse ordentliche Löhne zahlen und die Busse sollten gefälligst Maut entrichten, sagt der Verkehrsexperte der SPD, Uwe Beckmeyer.

Nun fragt man sich, was diese Argumente mit der Frage zu tun haben, ob Busse der Bahn Konkurrenz machen dürfen oder nicht. Nichts, sagt der gesunde Menschenverstand. Doch das stört einen in der Wolle gewaschenen Sozialdemokraten, dem der Stallgeruch das Hirn olfaktorisch perforiert hat, ganz und gar nicht.

In der Sozialdemokratie löst man Probleme, indem man ein anderes Problem als Ausgleich dagegensetzt. Man baut nicht etwa, wie sich das der gesunde Menschenverstand so naiv vorstellt, den Schienenverkehr durch Investitionen aus und macht die Bahn durch besseres Führungspersonal kundenfreundlicher, nein, man verhindert, das es jemand anderes besser macht. Nur so bleibt wohl – in den Augen der Sozialdemokratie – die Bahn wettbewerbsfähig. Wenn den Bürger der Fuß schmerzt, dann haut ihm die Sozialdemokratie einmal kräftig auf den Kopf und schon ist der Schmerz im Fuß vergessen. Im Vergleich zu Merkel ist das echte abderitische Führungsstärke!

In der idealen Welt der Sozialdemokratie heben sich alle Probleme gegenseitig auf. Wenn nun die Regierung daherkommt und eins dieser Probleme beseitigen will, dann gerät die ganze schöne Konstruktion der Sozialdemokratie aus den Fugen und bricht wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Ich frage mich, wann die Grünen auf den Zug aufspringen und bei der Blockade mitmachen. Denn Busse belasten das Klima sicher mehr als die Bahn.

Literatur

Fernbusverkehr in Deutschland. In: Wikipedia. 2014. Internet: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fernbusverkehr_in_Deutschland&oldid=134086366. Zuletzt geprüft am: 18.9.2014.

Fußnoten


  1. Fernbusverkehr in Deutschland. In: Wikipedia. 2014. Internet: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fernbusverkehr_in_Deutschland&oldid=134086366. Zuletzt geprüft am: 18.9.2014.

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