Propaganda-Kassams im Internet

Kaum erwiderte Israel den Raketenbeschuss durch die Hamas in Gaza, schlugen auch schon die erste Kassam-Propaganda-Raketen in den sozialen Netzwerken ein.

Seit Monaten feuert die Hamas aus dem Gaza Raketen auf Israel. Niemanden interessiert es. Kaum aber erwidern die israelischen Streitkräfte das Feuer, sind Medien und soziale Netzwerke zur Stelle. Warum erst jetzt, fragen sie und geben auch gleich die Antwort. Eine Wahl steht bevor und Ministerpräsident Netanyahu möchte Stärke zeigen, um ein paar Wählerstimmen zu gewinnen. Das erste Mem im Propagandakrieg: Israel bombardiert Gaza wegen des Wahlkampfs.

Dann flogen uns auch schon die ersten Bilder toter Kinder im Gaza um die Ohren. Hamas kann diesen Krieg der Bilder kaum verlieren. Sie verschanzen sich in Wohngebieten und brauchen bloß darauf zu warten, dass Israel ihre Stellungen beschießt und dabei Zivilisten getötet werden. Das gibt neue Munition im Propagandakrieg. Von Golda Meir ist ein Spruch überliefert, der auf die Hamas ganz sicher zutrifft: »Es wird erst Frieden geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.«

Israelische Kinder, die in Luftschutzbunker flüchten, palästinensische Kinder, die panisch vor Angst einen israelischen Luftangriff miterleben: Im Internet tobt ein Stellvertreterkrieg der Bilder. Man bombardiert sich mit verängstigten, verletzten und sogar mit toten Kindern. Selbst die naiven Friedensfreunde missbrauchen Kinder für ihre Zwecke. Sie posten Fotos, auf denen ein jüdisches und ein arabisches Kind sich vor der Kulisse des Felsendoms umarmen.

Wer in diesem Konflikt zur Besonnenheit aufruft, sollte sich zweimal überlegen, ob er Fotos von Kindern als Munition benutzen will. Alle anderen können meinetwegen ihre Solidarität mit Israel oder mit den Terroristen der Hamas durch entsprechende Fotos kundtun. Man weiß dann wenigstens, woran man ist.

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