Endlich schärfere Waffengesetze

Nach dem Amoklauf von Winnenden hat die Regierung schärfere Waffengesetze versprochen. Und sie hat Wort gehalten! Die besonders gefährlichen Paintballwaffen sind zukünftig verboten.

Deutschland atmet auf. Endlich schützt die Regierung Lehrer und Schüler vor Farbflecken auf Jackett und T-Shirt. Die Große Koalition hat sich angesichts der Toten von Winnenden endlich zu einem großen Wurf durchgerungen und will die besonders heimtückischen Paintballwaffen verbieten.

Paintballwaffen werden mit Gelatinekugeln des Kalibers 68 geladen, die mit Lebensmittelfarbe befüllt sind und mit so hoher Geschwindigkeit auftreffen, dass sie platzen und so die Kleidung des Opfers mit Farbe verschmutzen.

Da Amokläufer ihr tödliches Handwerk gewöhnlich beim Spiel mit diesen menschenverachtenden Waffen erlernen, will die Bundesregierung das Paintballschießen gesetzlich verbieten. Sie entspricht damit einer Forderung von besonders hellen Experten, die im Paintballschießen die Ursache für die zunehmenden Amokläufe in Deutschland sehen.

Die Große Koalition ist stolz auf ihr konsequentes Vorgehen und zeigt sich überzeugt, das Übel der Amokläufe an der Wurzel gepackt zu haben. »Paintball ist sittenwidrig. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben«, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, der ›Berliner Zeitung‹ und der Fraktionsvize der Union Wolfgang Bosbach ergänzte in der ›Neuen Osnabrücker Zeitung‹: »Dabei wird das Töten simuliert!«

Begrüßt wird die Gesetzesinitiative auch von den Schützenvereinen, in denen das Hantieren mit Paintballwaffen schon immer verpönt war. So sagt Emil Huber, der Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Schützenvereine: »Wir begrüßen das Verbot der schrecklichen Paintballwaffen. Sie verschmutzen die Kleidung und die Umwelt. Paintballschießen ist ein abstoßender Sport. In unseren Schützenvereinen wird dagegen mit Waffen geschossen, die absolut saubere Einschusslöcher hinterlassen. Wer von unseren Waffen getroffen worden ist, muss sich um die Reinigung seiner Kleidungsstücke keine Sorgen machen!« Doch die Sportschützen üben auch Kritik am neuen Gesetz. So halten sie das Anbringen von Stoppschildern an den Waffenschränken, mit denen Amokschützen abgehalten werden sollen, für eine völlig überzogene Forderung.

Die Opposition kritisiert dagegen, dass das Gesetz viel zu spät kommt. Der Amoklauf von Winnenden hätte vielleicht verhindert werden können, wenn der Täter keinen Zugriff auf Paintballwaffen gehabt hätte.

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