Warum musste Patrick Schnieder seinen Hut nehmen?
Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2026 nach sieben Jahren erstmals wieder Gewinn gemacht. Damit dürfte die Frage, warum Merz seinen Verkehrsminister vor die Tür gesetzt hat, endlich beantwortet sein. Patrick Schnieder ist für diesen Schlamassel politisch verantwortlich.
Wenn die seit Jahrzehnten kaputt gesparte, komplett marode Bahn 17 Millionen zahlende Fahrgäste mehr anzieht, Fahrgäste, die nie wissen, ob ihr Zug fährt, ob er überhaupt am Ziel ankommt und wenn ja wann, dann könnten sich folgende Gedanken im Kopf der Bürger verfestigen.
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Die Deutschen lieben ihre Bahn, trotz chronischer Verspätungen, trotz massiver Zugausfälle, trotz monatelanger Streckensperrungen.
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Die Deutschen drehen dem Verbrenner den Rücken zu, weil die Spritpreise steigen und sie auch morgen noch in einer klimatisch erträglichen Welt leben wollen.
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Wenn der Eigentümer der Bahn seine Investitionspflicht besser wahrnimmt, dreht das Betriebsergebnis der Bahn plötzlich ins Plus.
Dass der von Reiche protegierte Bundeskanzler in dieser Situation gezwungen war zu handeln, ist einleuchtend. Der fossil-industrielle Komplex, der hinter Katharina Reiche steht, ist in zunehmendem Maße beunruhigt. Denn alles läuft aus dem Ruder. Die Deutschen bauen ihre Dächer zu Solar-Kraftwerken aus, sie lassen sich von der Bildzeitung nicht mehr gegen jedes Windrad auf die Barrikaden treiben und sie sitzen lieber in der mit Ökostrom betriebenen Bahn auf offener Strecke fest, als mit teuren und tödlichen Verbrennern im Stau. Reiche wird Friedrich Merz nach dem Rücktritt Spahns daran erinnert haben, wer sein Placet dazu gab, dass er in der Carbon-Dominierten Union den Vorsitz übernehmen durfte.
Merz musste also handeln. Dabei ist es dann zu den bekannten Verwicklungen gekommen. Mit Steffen Bilger ist nun aber ein Verkehrsminister gefunden worden, der die Bahn wieder erfolgreich in die Verlustzone führen wird. Denn nur, wenn die Bahn Verluste macht, schlucken die Wähler ihre Zerschlagung und die weitere Privatisierung des öffentlichen Schienenverkehrs als notwendige Reform zur Sanierung des Staatshaushaltes.