US-Spionage kostet uns Milliarden – jedes Jahr

Das Innenministerium von NRW schätzt die Schäden durch Wirtschaftsspionage auf 50 Milliarden Euro. Dank Edward Snowden wissen wir, wer diese Schäden in Deutschland verursacht: die USA.

In einer Powerpoint-Präsentation (PDF)1 des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen beziffert das Ministerium die Schäden durch Wirtschaftsspionage auf 50 Milliarden Euro jährlich. Dank Edward Snowden wissen wir, wer diese Schäden in Deutschland verursacht. Es sind nicht die Chinesen, sondern die USA und Großbritannien, die mit ihrem monströsen Überwachungsapparat, mit PRISM und TEMPORA Telefonate belauschen, E-Mails abfangen und über Hintertüren in Windows und Mac OS X vermutlich direkten Zugriff auf Millionen privat und geschäftlich genutzte Server, Computer, Tablets und Mobiltelefone haben.

Anstatt ein Importverbot gegen Microsoft und Apple zu verhängen, Edward Snowden Asyl zu gewähren und ihm das Bundesverdienstkreuz zu überreichen, windet sich unsere Bundesregierung. Man schämt sich, Bürger eines nicht souveränen Staates zu sein. Die Fakten sind klar. Wer die USA zum Freund hat, braucht keine Feinde mehr.

Nun fragen sich viele Bürger, ob es denn wirklich so schlimm sei, wenn der amerikanische Geheimdienst weiß, was sich auf ihrer Festplatte befindet und was sie ihren Freunden, Bekannten und Geschäftspartner so schreiben. Wer nichts zu verbergen hat, brauche auch die Überwachungsdiktatur nicht zu fürchten. Aber wissen wir überhaupt, was wir verbergen sollten und was nicht? Was heute unverfänglich ist, kann morgen schon kriminell sein. Und wer sagt uns, ob die NSA nicht heimlich etwas auf unsere Festplatte lädt, das uns für Jahre hinter Gitter bringen kann? Der Rechner von Lieschen Müller interessiert die Amis kaum, aber die Rechner von Führungskräften, von Entscheidungsträgern, von Ingenieuren und Wissenschaftlern, von Menschen, die Geschäftsideen haben, die neue Wege in der Forschung gehen, die sind sehr wohl interessant. Und diese Menschen haben die Amerikaner in der Hand. Sie können unbequeme Politiker bei ihren Wählern diskreditieren, indem sie Privates an die Boulevardpresse weiterleiten oder Daten auf den Rechnern ihrer Opfer manipulieren. Sie können jeden Menschen, der Einfluss oder Wissen besitzt, zur ›Kooperation‹ zwingen, weil sie Dinge von ihm wissen, die privat bleiben sollten. Und wenn sich partout nichts findet, speichern sie einfach Kinderpornos aus dem Rechner des Widerspenstigen.

Da ich befürchte, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger nicht wirklich vorstellen können, was Überwachung bedeutet, möchte ich hier einmal auf ein Problem am Rande hinweisen. Die Schäden für die deutsche Wirtschaft und damit auch für uns alle. Wenn die deutsche Wirtschaft jährlich um 50 Milliarden geschädigt wird, so bedeutet das weniger Umsatz, weniger Gewinne, weniger Arbeitsplätze und weniger Steuereinnahmen.

Wenn du, liebe Leserin, lieber Leser, das nächste Mal durch ein Schlagloch fährst oder deinem Kind in der Schule der Putz auf den Kopf fällt, weil Bund, Länder und Kommunen kein Geld haben, um die Infrastruktur in Ordnung zu halten, dann kannst du dich auch bei unseren Freunden jenseits von Ärmelkanal und Atlantik bedanken, die Wirtschaftsspionage im ganz großen Stil betreiben. Und du kannst dich bei unseren winselnden Politikern in der Regierung bedanken, die weder uns Bürger, noch unsere Unternehmen davor schützen.

Literatur

Mönter, Anke: Wirtschaftsspionage – Ihre Unternehmensdaten im Visier fremder Nachrichtendienste. 2013. Internet: http://www.ostwestfalen.ihk.de/fileadmin/redakteure/innovation_umwelt/Technologie/2013_vortrag_moenter__Kompatibilitaetsmodus_.pdf. Zuletzt geprüft am: 23.9.2014.

Fußnoten


  1. Mönter, Anke: Wirtschaftsspionage – Ihre Unternehmensdaten im Visier fremder Nachrichtendienste. 2013. Internet: http://www.ostwestfalen.ihk.de/fileadmin/redakteure/innovation_umwelt/Technologie/2013_vortrag_moenter__Kompatibilitaetsmodus_.pdf. Zuletzt geprüft am: 23.9.2014.

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